28/06/2026 0 Kommentare
Zwei Tage "Einfach heiraten" auf dem Christenberg - 16 Zeremonien und ganz viele Geschichten
Zwei Tage "Einfach heiraten" auf dem Christenberg - 16 Zeremonien und ganz viele Geschichten
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Zwei Tage "Einfach heiraten" auf dem Christenberg - 16 Zeremonien und ganz viele Geschichten
Deutschlandweit wurde am Freitag, den 26. Juni in der evangelischen Kirche „Einfach heiraten“ angeboten – Trauungen und Segnungen sowohl geplant wie auch spontan, hochoffiziell oder ganz zwanglos. Auf dem Christenberg bei Münchhausen war der evangelische Kirchenkreis Kirchhain mit dabei und ging sogar in die Verlängerung: Die Aktion fand am Freitag und am Samstag statt, um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu geben, dabeizusein.
„Es war total emotional und so, so schön“, sagt Silvia Klose-Lapp. Endlich wurde die kirchliche Trauung nachgeholt – nach 25 gemeinsamen Ehejahren mit Ehemann Jörg. Beim Termin auf dem Standesamt 2001 ist Silvia hochschwanger gewesen, noch dazu war es DER elfte September, die eigentlich geplante Polter-Hochzeit zu ihrem 30. Geburtstag hat dann auch nicht funktioniert und danach haben die beiden gescherzt: „Wenn wir die silberne Hochzeit schaffen, dann!“ Und daraus wurde nun eine Trauung bei „Einfach heiraten“.
Pfarrer Konrad Draude kennen sie noch aus seiner Zeit als Vikar in ihrer Kirchengemeinde in Sterzhausen, deshalb wollten sie gern zu ihm. Und zum Christenberg beziehungsweise Münchhausen besteht eine ganz besondere Beziehung, weil alle drei Töchter dort im Jungschar-Camp gewesen sind, erzählen Silvia und Jörg. Die mittlere ist dort inzwischen als Teamerin im Einsatz – und hat den am Freitag unterbrochen, um zusammen mit ihren beiden Schwestern und Silvias Mutter bei der Hochzeit der Eltern mit dabei zu sein.
„Sonst habe ich nur ein paar Freundinnen erzählt, was wir vorhaben“, sagt Silvia Klose-Lapp. Und die standen dann prompt Spalier vor der Kirche. Das gesamte restliche Umfeld sei eskaliert, als nach und nach die Fotos übers Handy und Social Media kamen. Und nach der Trauung ging es noch an einen besonderen Ort: An der Burg Mellnau haben die beiden ihr Hochzeitsfoto von vor 25 Jahren nachgestellt. Trotz extremer Hitze.
„Der Christenberg war die perfekte Location“, findet Silvia. Nicht nur, weil es in der altehrwürdigen Martinskirche wunderbar kühl war. „Alles war so schön geschmückt und organisiert – wirklich alles war toll.“ Silvia und Jörg waren ein Paar von 16 Paaren, die sich im Vorfeld angemeldet hatten – für eine „richtige“ Trauung ebenso wie zu Segnungen. Die fanden dann entweder in der Kirche statt oder draußen mit fantastischem Blick ins Tal.
Es gab einen Segenspavillon mit Wunschbrunnen, eine Fotobox und Stationen für Kinder und sieben Musikerinnen und Musiker waren dabei. Der Christenberg hat bereits im vergangenen Jahr „Einfach heiraten“ angeboten. Pfarrer Konrad Draude von der Kirchengemeinde Christenberg-Hollende hat die Aktion zusammen mit Verwaltungsassistentin Sabine Terlinden organisiert. Für ihn ist es ein Anliegen, zu zeigen, dass Kirche auch im ländlichen Raum modern sein kann. „Bei uns passiert so viel und es sind so viele Menschen unglaublich engagiert“, so Draude.
Viele Ehrenamtliche waren an den beiden brütend heißen Tagen vor Ort, um mit anzupacken und allein acht liturgische Personen im Einsatz, um Paare zu trauen und Menschen zu segnen. „Das war eine fantastische Teamleistung und es war auch für uns eine so schöne Stimmung“, erklärt Sandra Niemann, Pfarrerin in der Gemeinde Goßfelden/Sarnau und stellvertretende Dekanin des Kirchenkreises Kirchhain.
Sie durfte in der Martinskirche bei der Trauung „ihres“ Architekten dabei sein, der Pfarrhaus und Kirche saniert hat. Nachdem sie im vergangenen Jahr schon „ihren“ Bürgermeister verheiratet hatte. „Ein weiteres Highlight war für mich ein Paar am Samstag, das unglaublich gestrahlt hat und so glücklich und so dankbar war“, erzählt die Pfarrerin. Die beiden seien ganz allein gekommen und hatten das nur für sich machen wollen – eine Hochzeit ohne Trauschein, aber mit ganz viel Gefühl.
Pfarrerin Julia Lange von der Kirchengemeinde Rosphetal-Mellnau hatte mit Karin und Klaus Naglik ein Paar in der Kirche sitzen, das sich nach 50 gemeinsamen Ehejahren nochmal einen Segen zur goldenen Hochzeit gewünscht hatte. Und Hund Helena durfte dabei nicht fehlen. „Wir durften viele Lebensgeschichten hören und viele Lebensentwürfe feiern“, erklärt Konrad Draude.
Genau dafür ist „Einfach heiraten“ gedacht: um die unterschiedlichsten Menschen genau da abzuholen, wo sie stehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, eine Trauung oder einen Segen ganz ohne großen Aufwand für sich zu erleben. Ohne großen Aufwand heißt aber nicht ohne große Emotionen, ganz im Gegenteil. Und letzteres trifft nicht nur auf die Besucherinnen und Besucher zu - „alle sind selig von diesem Event nach Hause gegangen“, resümiert Konrad Draude.
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