Susanna Maibaum wird Pfarrerin in Wohratal-Rauschenberg

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Susanna Maibaum wird Pfarrerin in Wohratal-Rauschenberg

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Susanna Maibaum wird Pfarrerin in Wohratal-Rauschenberg

Am Sonntag, den 28. Juni wird Pfarrerin Susanna Maibaum in ihren Dienst in der Kirche Halsdorf eingeführt. Die 54-Jährige ist die Dritte im Bunde des Pfarrteams in der im vergangenen Jahr fusionierten Kirchengemeinde Wohratal-Rauschenberg. Gemeinsam mit ihren Kollegen Christoph Müller und Friedemann Graß kümmert sie sich um acht Orte und freut sich sehr auf die Herausforderung des Pfarrdienstes. Der ist nämlich eine späte Berufung für die gelernte Erzieherin.

„Ich finde es toll, nochmal durchzustarten“, sagt Susanna Maibaum. In ihrem bisherigen Leben hat die 54-Jährige gewissermaßen schon mehrere Berufe und Rollen gehabt: Erzieherin, Autorin, Mutter von drei Kindern. Aber sie habe schon immer gewusst, dass sie noch etwas anderes möchte. Also hat sie 2017 mit dem Studium der evangelischen Theologie in Marburg begonnen – und damit ihren Vater, der selbst Pfarrer gewesen ist, aber mal so richtig überrascht. Die Immatrikulationsbescheinigung bekam er zeremoniell überreicht, erzählt sie.

Den Abschluss ihres Studiums hat er leider nicht mehr miterlebt. Aber die Mutter war bei der Ordination vor wenigen Wochen dabei und mächtig stolz. Sie kenne den Beruf durch den Vater „von außen“ schon ganz gut. Aber das Umfeld, in dem sie aufgewachsen ist, sei ein ganz anderes gewesen, so Susanna Maibaum: mitten im Ruhrgebiet, in der Großstadt. Wo Obdachlose geklingelt haben, weil sie wussten, sie kriegen ein Brot geschmiert. „Das passiert hier auf dem Land so nicht.“ Aber hier auf dem Land, da hat es sie hingezogen.

Seit 1995 ist sie mit Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum verheiratet und vor knapp 20 Jahren zogen die beiden mit der Familie in den Ebsdorfergrund in eine ehemalige Hofreite. Mit Hühnern und mit einem Rosengarten. Dort wollte sie unbedingt bleiben und deshalb kam die Stelle im benachbarten Kirchenkreis Kirchhain jetzt genau richtig. Die Kirchengemeinde Wohratal-Rauschenberg ist erst im vergangenen Jahr entstanden: Mehrere zuvor selbstständige Gemeinden sind fusioniert und drei Pfarrpersonen teilen sich die Arbeit mit zweieinhalb Stellen auf.

Susanna Maibaum hat ihr Büro in Halsdorf und wird seelsorglich vor allem für Halsdorf, Burgholz, Albshausen und Josbach zuständig sein. „Es ist mir wichtig, für die Menschen da zu sein, wenn sie mich brauchen“, erklärt Susanna Maibaum, „wenn die Hütte brennt“. Sie vertrete einmal das Konzept der Gemeinde als Herberge, in die man kommen und in der man auch bleiben und sich einbringen könne. Und einmal auch die Idee der „Geh-Struktur“, weil Kirche eben nicht nur das Gebäude und die Gottesdienste sei, sondern so viel mehr. „Kirche ist da, wo ihre Menschen sind.“

Raus geht es dann zum Beispiel auch gleich mal diesen Sommer zu einem „Sternschnuppen-Gottesdienst“ am 15. August. In der Nacht, in der wieder einmal besonders viele Sternschnuppen erwartet wird, lädt Susanna Maibaum spät am Abend unter den Sternenhimmel ein. Sie sei experimentierfreudig, sagt sie von sich selbst. Und bringt neben dem, was ihre sehr viel jüngeren Kolleginnen und Kollegen im Studium gelernt haben, noch etwas für sie ganz Entscheidendes mit in den Beruf: Lebenserfahrung. Sie weiß, wovon sie spricht, wenn es zum Beispiel um Krisen geht. Mitten im Studium erkrankte sie an Brustkrebs. Nach Operation und Bestrahlung geht es ihr heute wieder sehr gut und sie hat lediglich zwei Wochen eines Semesters verloren.

Ihr Alter habe im Studium indes keine Rolle gespielt, erzählt Maibaum. Weder für sie selbst, noch für die Dozenten oder die anderen Studierenden. „Ich hatte ein ganz normales Studentenleben“, sagt sie. Parties inklusive. Die Idee für die Predigt in ihrem Vorstellungsgottesdienst – die stehe schon seit drei Jahren. Es wird um den Psalm 31 gehen, mehr verrät sie nicht. Wer dabei sein und sie kennenlernen möchte, ist für Sonntag, den 28. Juni herzlich nach Halsdorf eingeladen. Um 14 Uhr geht es los, zusammen mit Dekan Jens Heller und dem Posaunenchor Halsdorf. Im Anschluss lädt die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus ein.

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