26/03/2026 0 Kommentare
Noch mehr Kreuzwege - das Leiden Jesu und das eigene Leben zusammenbringen
Noch mehr Kreuzwege - das Leiden Jesu und das eigene Leben zusammenbringen
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Noch mehr Kreuzwege - das Leiden Jesu und das eigene Leben zusammenbringen
Ostern ist das Fest der Wiederauferstehung – und auch des Gedenkens an die Kreuzigung Jesu zuvor. Viele unserer Kirchengemeinden gestalten einen Kreuzweg, um an den buchstäblichen Leidensweg zu erinnern, wie er in der Bibel beschrieben ist. Zwei besondere finden am Karfreitag statt: einer auf der Kirchwiese in Goßfelden – barrierefrei und bewusst überschaubar, und einer in Münchhausen – sieben Kilometer lang und ganz archaisch mit einem Kreuz, das getragen wird.
„Ich finde es spannend, dass der Kreuzweg nicht nur von früher erzählt, sondern auch viel mit unserem eigenen Leben zu tun hat“, sagt Luca Martin. Gerade Themen wie Angst oder Einsamkeit kenne eigentlich jeder. Luca ist einer von knapp 20 Jugendlichen, die in diesem Jahr den Kreuzweg der Kirchengemeinde Münchhausen hinauf auf den Christenberg mitgestaltet haben. Eingeladen sind aber natürlich Menschen aller Altersgrupen – „das ganze Dorf läuft mit“, sagt Claudia Koch von der Evangelischen Jugend des Kirchenkreises Kirchhain. Und viele Menschen, die auch von weiter her kommen.
„Dahinter… tiefer sehen, weiter gehen“ – das ist der Titel und er verweist darauf, dass es darum gehe, genauer hinzuschauen, erklärt Claudia Koch. „Auf Jesus, auf andere und auf sich selbst“. Dieser Kreuzweg – ein ökumenischer übrigens – wolle bewegen und berühren. Über mehrere Stationen und sieben Kilometer führt er auf den Christenberg hinauf. Schritt für Schritt sollen sich die Teilnehmenden den Erfahrungen Jesu nähern, so Koch: „Momenten voller Hoffnung und Nähe, aber auch Zeiten von Ablehnung, Angst und Schmerz“.
Los geht es um 15:30 Uhr an der evangelischen Kirche in Münchhausen und dann sind gut zwei Stunden für den Weg hoch auf den Christenberg eingeplant. Teilnehmende werden wie schon in den vergangenen Jahren ein Kreuz auf dem Rücken tragen. Woran tragen wir vielleicht in unserem Leben schwer? Was tragen wir für andere? Auch um solche Fragen wird es gehen. An jeder Station gibt es Gebete, Lieder und Impulse. „Mir gefällt, dass man beim Kreuzweg draußen unterwegs ist und dabei Zeit hat, über sich selbst nachzudenken“, sagt Lea Forsch über ihre Motivation, mitzulaufen. „Es ist irgendwie anders als ein normaler Gottesdienst und berührt mich mehr.“
Zeit und Raum zum Nachdenken wird es auch beim Kreuzweg in Goßfelden geben. Dort ist die Kirchwiese der Ort des Geschehens und ganz bewusst werden keine weiten Wege gemacht, so dass auch Menschen, die nicht gut zu Fuß oder bei Kräften sind, teilnehmen können. Auch dabei sind alle eingeladen, die Erinnerung an das Leiden Christi mit der Gegenwart und dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen. Vom Einzug in Jerusalem bis Golgatha geht es und um verschiedene Themen von Schuld und Verleugnung bis zur Hoffnung auf das ewige Leben.
In den vergangenen Jahren fand der Kreuzweg mehrfach im Ubbelohde-Garten statt – eine tolle Umgebung, die aber keine Ausweichmöglichkeiten bei schlechtem Wetter bietet, erläutert Pfarrerin Sandra Niemann. Deshalb geht es zurück auf die Kirchwiese in Goßfelden. Dort wird es an mehreren Stationen interaktiv: „Steine der Schuld“ können abgelegt werden und am Schluss gegen einen Stein aus Glas getauscht, durch den das Licht von Ostern buchstäblich scheinen kann. Beginn ist am Karfreitag um 13 Uhr und der Kreuzweg mündet dann in die Andacht zur Todesstunde um 15 Uhr.
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