Wut ist die Schwester der Liebe - Rückblick auf die Frauengottesdienste

Wut ist die Schwester der Liebe - Rückblick auf die Frauengottesdienste

Wut ist die Schwester der Liebe - Rückblick auf die Frauengottesdienste

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Wut ist die Schwester der Liebe - Rückblick auf die Frauengottesdienste

Frauen haben Gründe, wütend zu sein. Wenn Gleichberechtigung infrage gestellt wird, wenn Frauen Gewalt erfahren, wenn ihre Rechte und Selbstbestimmung unter Druck geraten oder ihre Stimmen weniger gehört werden, dann ist Wut eine angemessene Reaktion. Sie ist nicht das Gegenteil von Engagement und Mitgefühl – im Gegenteil: Wut ist die Schwester der Liebe. Wir werden wütend, weil uns etwas wichtig ist. Weil uns Menschen, Gerechtigkeit und unsere Gesellschaft nicht gleichgültig sind.

Dabei wird gerade Frauen noch immer vermittelt, sie sollten freundlich, verständnisvoll und ausgleichend bleiben. Wut macht Ungerechtigkeit sichtbar, setzt Grenzen und kann Ausgangspunkt für Veränderung sein. Deshalb ist es wichtig, die Wut von Frauen nicht kleinzureden, sondern hinzuhören: Was macht uns wütend? Was sagt diese Wut über unsere Gesellschaft? Und was wollen wir verändern?

Diesen Fragen haben wir in unserem Kirchenkreis bewusst Raum gegeben. In zwei Frauengottesdiensten organisiert vom Ausschuss "Von Frauen für Frauen" am 16. August in Kirchhain und am 21. August in Schwabendorf kamen jeweils rund 60 Menschen zusammen. Dass rund 117 Frauen und 3 Männer  die Gottesdienste mitgefeiert haben, zeigt auch, wie sehr das Thema bewegt.

Dankbar sind wir für die wunderbare musikalische Gestaltung durch Annemarie Götzsche. Die Kollekten der beiden Gottesdienste erbrachten zusammen 659 Euro für ein Projekt des Diakonischen Werks für obdachlose Frauen – und verbanden damit die Auseinandersetzung mit Ungleichheit und Ausgrenzung mit konkreter Solidarität.

Als Kirche wollen wir ein Ort sein, an dem auch unbequeme Gefühle und Stimmen Raum haben. Dazu gehört die Wut von Frauen – nicht als etwas, das besänftigt werden muss, sondern als eine Stimme, der wir zuhören sollten.

Janneke Daub

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